Paradontitisbehandlung

Früher wurde die Parodontitis als eine Erkrankung angesehen, die man schicksalhaft bekam und die unweigerlich zum Verlust der Zähne führte. Heute sind die Ursachen für eine Parodontitis bekannt, und es gibt wirksame Behandlungsmöglichkeiten, die ein weiteres Fortschreiten der Erkrankung oder den Zahnverlust meist verhindern können.


Ursache:
Die wesentlichste Ursache der Parodontitis besteht in der Stoffwechselaktivität der Bakterien, die in den Zahnbelägen zahlreich vorhanden sind. Jeder Mensch hat in seiner Mundhöhle Bakterien, die sich bevorzugt auf den Zähnen ansiedeln. Dort entstehen die so genanten „Bakteriellen Zahnbeläge“, „Plaque“ oder auch der „Biofilm“.

Genau am Zahnfleischsaum, wo die Zähne aus dem Zahnfleisch herauskommen, hat der Körper eine Schwachstelle, denn genau da bietet sich ein Schlupfwinkel für Bakterien. Hier hat auch die Zahnbürste oft Schwierigkeiten zu reinigen. Diese schwerzugänglichen Bereiche werden besonders in der professionellen Zahnreinigung gereinigt.

Angriff auf das Zahnfleisch:
Die Bakterien in der Mundhöhle, die am Zahnfleischsaum sitzen, verstoffwechseln das Nahrungsangebot in der Mundhöhle. Die Stoffwechselprodukte der Bakterien (Säuren) greifen das Zahnfleisch an und es kommt zu einer Entzündungsreaktion. Da es viele unterschiedliche Bakterienarten gibt und diese verschiedene Stoffwechseleigenschaften haben, kann dieser Angriff je nach der Bakterienzusammensetzung unterschiedlich aggressiv verlaufen. Meist verläuft eine Parodontitis als chronische Entzündung über Jahrzehnte hinweg ziemlich langsam.

 

Beginn einer Parodontitis:
Zunächst ist nur oberflächlich das Zahnfleisch entzündet. Es schwillt an, ist gerötet und blutet manchmal bei Berührung und beim Zähneputzen. Dieser Zustand, die so genannte „Gingivitis“, ist durch gute häusliche Zahnpflege und regelmäßige professionellen Zahnreinigung reversibel und es bleiben keine Folgeschäden.

 

Das Fortschreiten einer Parodontitis:
Wenn die Bakterien länger auf dem Zahn und am Zahnfleischsaum verweilen, können diese unter das Zahnfleisch vordringen. Sie sitzen auf der Wurzeloberfläche und zerstören ganz langsam den so genannten Zahnhalteapparat, die Verankerung des Zahns im Kieferknochen. So entsteht langsam eine Zahnfleischtasche, das ist ein Raum zwischen Zahn und Zahnfleisch, wo Zahnwurzel und Zahnfleisch nicht mehr miteinander verwachsen sind. Die Tiefe einer Zahnfleischtasche ist aussagekräftig für Diagnose und Therapie der Parodontitis. Auf der Wurzeloberfläche lagern sich mit der Zeit abgestorbene Epithelzellen, Bakterien und Blutkörperchen an und verkalken durch den Speichel (so genannte Konkremente). Diese entsprechen in etwa dem Zahnstein, sind aber in ihrer Konsistenz viel fester. Im Laufe der Zeit dringen die Bakterien immer weiter in die Tiefe vor und zerstören schließlich den Kieferknochen rund um die Zahnwurzel, so dass ein Zahn regelrecht von selbst ausfallen kann. Meist wird er aber vom Zahnarzt vorher gezogen, weil er zu locker oder schließlich schmerzhaft wird.

 

Mögliche andere Ursachen für eine Parodontitis:
Nicht immer ist es ausschließlich der bakterielle Belag, der eine Parodontitis verursacht. Auch wenn ein Mensch sehr stark und ständig mit den Zähnen knirscht, wenn allgemeingesundheitliche Probleme bestehen, z.B. Stoffwechselstörungen, oder bei einseitiger, ungesunder Ernährung kann eine Parodontitis begünstigt bzw. gefördert werden. Es gibt auch eine anlagebedingte und erbliche Veranlagung für die Entstehung einer Parodontitis. Die Hauptursache sind aber immer die Bakterien!

 

Krankheit ohne Symptome:
Die Parodontitis ist eine Erkrankung die lange keine Schmerzen verursacht und deswegen von den Betroffenen über lange Zeit fast nicht bemerkt wird. Wenn man schließlich überraschend feststellt, dass die Zähne locker werden, ist die Erkrankung schon weit fortgeschritten. Die Parodontitis muss nicht zwangsläufig mit Zahnfleischrückgang oder Zahnfleischbluten einher gehen. Es bilden sich aber die so genannten Zahnfleischtaschen, wovon man nichts merkt. Deswegen sind die regelmäßigen Kontrolluntersuchungen und professionellen Zahnreinigung beim Zahnarzt so wichtig, um die Parodontitis frühzeitig erkennen und behandeln zu können.

 

Behandlung der Parodontitis:

Wenn es zur Bildung entzündlichen Zahnfleischtaschen gekommen ist, müssen als erster Schritt alle bakteriellen Beläge gründlich entfernt werden.  Dann müssen ggf. überstehende Kronen- und Füllungsränder verbessert werden, damit Sie bei der Zahnpflege keine Schmutznieschen haben, die in der häuslichen Mundhygiene niemals zu reinigen wären. Bei einer Parodontitisbehandlung werden auch die Bakterienbeläge entfernt, die in der Tiefe der Zahnfleischtaschen sitzen, bzw. die verkalkten Konkremente, die fest auf der Zahn- und Wurzeloberfläche aufliegen. Diese Parodontitisbehandlung war früher gefürchtet, weil das Zahnfleisch „weg geschnitten“ wurde und die Behandlung recht unangenehm war. Dies hat sich heute zum Glück geändert. Es werden – unter Anästhesie (lokale Betäubung) – die Zähne im Bereich der Zahnfleischtaschen gründlich gereinigt. Durch den Einsatz modernster Geräte, Verfahren und die Kürettage ist die Parodontitisbehandlung heute ein sehr wirkungsvolles und gleichzeitig schonendes Verfahren. Die Behandlung an sich ist wegen der Betäubung völlig schmerzfrei, und die Beschwerden in den Tagen danach sind sehr gering oder treten sogar nicht auf. Die Parodontitisbehandlung wird in der Regel in zwei Sitzung an aufeinander folgenden Tagen durchgeführt, kann aber auch in einer Sitzung erfolgen.
Aufgrund der neuen und schonenden Behandlungstechniken ist die Parodontitisbehandlung ein unkompliziertes Routineverfahren geworden. Dennoch ist es sehr wichtig, dass eine Parodontitis so früh wie möglich erkannt und behandelt wird. Bei wenig tiefen Zahnfleischtaschen ist nicht nur die Behandlung weniger belastend als bei einer fortgeschrittenen Parodontitis, sondern auch die Prognose für den langfristigen Erhalt der Zähne ist besser.
Dies gilt auch für die tägliche häusliche Zahnpflege, die sehr gründlich durchgeführt werden muss und unverzichtbar die professionellen Zahnreinigung. Wie die Zahnpflege in Ihrem Fall optimal und effektiv durchgeführt werden kann und welche Hilfsmittel Sie dazu benötigen, können Sie in der professionellen Zahnreinigung mit einer speziellen Demonstration in unserer Praxis erfahren.

 

Nachsorge:
Nach einer Parodotitisbehandlung ist diese Krankheit nicht für alle Zähne durchgestanden. Das Zahnfleisch wächst zwar wieder an den Zähnen heran und bei sehr gründlicher Zahnpflege und regelmäßiger professionellen Zahnreinigung wird dieser Zustand auch erhalten bleiben. Aber mit der Zeit kommt es zur Bildung von Zahnstein und Zahnbelägen an Stellen, die schwer erreichbar sind in der häuslichen Mundhygiene. Wenn diese nicht regelmäßig in der Zahnarztpraxis entfernt werden, bilden sich nach einiger Zeit wieder Zahnfleischtaschen, und dann kann sich der Zahnfleischzustand wieder verschlechtern.
Daher ist nach einer Parodontitishandlung die regelmäßige Kontrolle durch den Zahnarzt mit einer professionellen Zahnreinigung alle drei Monate unbedingt erforderlich, wenn die Behandlung zum dauerhaften Erfolg führen soll!

Diese Nachsorge ist vielmehr eine Vorsorge. Durch die prophylaktischen  Behandlungsmaßnahmen soll verhindert werden, dass die Erkrankung wieder „ausbricht“. Wir empfehlen grundsätzlich alle drei Monate nach einer Parodontitisbehandlung zu einer professionellen Zahnreinigung zu gehen,

Den genauen Ablauf der Parodontitisbehandlung, der Bestimmungen von Seiten der gesetzlichen Krankenkassen, werden wir gerne mit Ihnen persönlich Besprechen.

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